Veranstaltungspensum wird bis auf kleinere Treffen zurückgefahren

Karnevalisten treten auf die Bremse

Von den klassischen Galas und anderen Saalveranstaltungen sehen die Ahlener Karnevalisten bis auf Weiteres ab. Das ist ein Ergebnis der Präsidentensitzung, die am Sonntag stattfand.

Abgesagt ist der Rosenmontagsumzug nicht, aber hinter ihm steht bis auf Weiteres ein Fragezeichen. Da sich die Coronalage permanent ändert, wollen die Ahlener Karnevalisten erst einmal auf Sicht fahren und auf größere Saalveranstaltungen verzichten. Über die drei „Tollen Tage“ werde im neuen Jahr gesondert beraten,sagt BAS-Boss Andreas Lerley..

Karnevalsbazillus und Coronavirus – das beißt sich. Schon seit Beginn der Pandemie ist Ausgelassenheit verpönt, jedes Schunkeln mit schlechtem Gewissen verbunden, jedes Bützchen unter Fremden ein „No go“. Das hat sich trotz Erst-, Zweit- und Drittimpfung nicht geändert.

Aktuell sind die Ahlener zwar – im Gegensatz zu vielen anderen Kommunen im Land – in der glücklichen Lage, einen Prinzen präsentieren zu können, der neu ins Amt gehoben wurde, aber von einer normalen Session sind sie angesichts der aktuellen Coronalage weiter entfernt als noch am „Elften im Elften“.

Das Wort „Absage“ will Andreas Lerley in diesem Zusammenhang nicht in den Mund nehmen. Das wäre auch unangemessen, meint der Vorsitzende des Bürgerausschusses zur Förderung des Ahlener Karnevals (BAS). Schließlich werde der Karneval trotz aller Einschränkungen und Verbote sicher weiterhin bunte Lebenszeichen von sich geben und alles tun, um in den kommenden Wochen zumindest „auf Sparflamme aktiv zu bleiben“. Damit fasst Andreas Lerley bereits das Ergebnis einer Präsidentensitzung, an der am Sonntag bis auf zwei KG-Chefs alle beteiligten Vereinsspitzen teilgenommen haben, gegenüber unserer Zeitung zusammen.

Das Wichtigste dabei: „Auf den klassischen Saalkarneval sollen und wollen wir erst einmal verzichten“, sagt Lerley am Montag auf Anfrage. „Alle Planungen der Gesellschaften ruhen erst einmal.“ Der „Närrische Fahrplan“, den der Bürgerausschuss jedes Jahr herausgibt, ist gar nicht erst gedruckt worden. „Wie soll man auch langfristig planen, wenn sich die Lage alle paar Wochen ändert?“, fragt er. Von daher will er zu den „Tollen Tagen“ zwischen Weiberfastnacht und Rosenmontag zu diesem Zeitpunkt noch nichts Endgültiges sagen, auch wenn die Prognosen dafür alles andere als rosig sind. „Wir sind vorsichtig optimistisch, dass sich die Lage bis dahin einigermaßen bessert oder zumindest Möglichkeiten bestehen, unter freiem Himmel bei Einhaltung bestimmter Auflagen zu agieren.“ Da warte man bewusst ab. „Unser Ziel ist, auf jeden Fall die Stadtübernahme in irgendeiner Form zu vollziehen. Zur Not eben mit ganz schmaler, namentlich bekannter Besetzung.“

Private Prinzenbesuche sind weiter möglich

Für den amtierenden Stadtprinzen Philip I. (Rings) wünscht sich der BAS-Boss zumindest möglichst viele Begegnungen im kleinen Rahmen. „Er wusste natürlich, worauf er sich einlässt, als er sich für dieses Amt entschieden hat.“ Aber er sei auch bereit, alle notwendigen Einschränkungen zu beachten, solange der Karneval nicht wieder völlig zum Stillstand kommt. „Private Besuche sind möglich. Sein Tross ist durchweg unter 2G-plus-Bedingungen unterwegs“, weist Lerley auf das Verantwortungsbewusstsein hin. Quantität sei nicht gleich Qualität – insofern bleibe es wohl eine stressfreie Session, aber dafür mit einer besonderen Intensität, weil einzelne Termine von allen Beteiligten viel deutlicher wahrgenommen werden.